Mittwoch, 30. März 2016

Seit 365 Tage unterwegs (aktueller Standort: Puerto Vallarta, Jalisco)


Wie schnell vergehen 365 Tage? Wir finden ziemlich schnell. Mittlerweile sind wir in Mexiko und bei unseren Traum-Temperaturen angekommen. Wir haben sehr viel erlebt und gesehen und haben vom Reisen noch lange nicht genug. Im Moment freuen wir uns auf die reichen spanischen Kolonialstädte und die einstige erloschene Hochkultur und darüber, dass wir jeden Tag ein paar Wörter Spanisch dazu lernen.

So oft werden wir gefragt, welches unser Highlight der Reise bis jetzt war. Meistens werden wir ungläubig angesehen, wenn wir antworten, dass wir das nicht sagen können. Es gibt so viele schöne Orte die uns so gut gefallen haben, aber viel mehr noch als einzelne Orte genießen wir jeden Tag eine unglaubliche Gastfreundschaft, Freundlichkeit und Hilfsbereitschaft, die wir vorher so nicht kannten. Jedes Land hat etwas Besonders, das es sich zu erkunden lohnt.

Für uns ist das Beste am Reisen nicht unter Zeitdruck zu stehen, viele Bücher zu lesen und morgens den Tag gemütlich mit einem guten Kaffee zu beginnen. Frei zu entscheiden, mit was wir den Tag füllen. Es ist schön jeden Tag einen anderen Vorgarten zu haben, auch wenn die Suche manchmal anstrengend ist. Es gibt nichts besseres, als die Geheimtipps der Einheimischen aufzusuchen. Authentischer können wir die Länder nicht spüren.
Es ist faszinierend Tiere in ihrem natürlichen Lebensraum zu sehen, ohne sie dabei zu stören. Es war ein besonderes Erlebnis auf der Baja California in La Paz mit einem Walhai zu schwimmen, oder in Guerrero Negro als die Grauwale direkt ans Boot kamen um sich streicheln zu lassen, oder Schwarz- und Grizzlybären in Kanada/Alaska bei ihrer Futtersuche zu beobachten, oder oder oder.
Ebenso beeindruckend war der Wandel der Natur von Nord nach Süd. Beginnend mit endlosen Wäldern, über Wüstenlandstriche bis mittlerweile zu Mangobäumen und Bananenstauden.


Ein paar Orte gibt es aber doch, die wir nicht vergessen werden. Neufundland mit seiner rauen Landschaft hat uns schwer beeindruckt, aber ebenso Vancouver Island mit seinen Regenwäldern. Auf dem Dempster-Highway in Kanada hat uns jeder Kilometer bis zum Polarkreis mit vielen Stopps für Bilder überwältigt. Wüste bis zum Horizont ist faszinierend, im Gegensatz dazu die Redwoodwälder nicht weniger. In Alaska auf einem Gletscher zu stehen ist etwas einmaliges, nur Schade, dass sie immer schneller abschmelzen. Die Westküste der USA konnte mit San Francisco und San Diego punkten und wir waren sehr positiv von Washington State überrascht. Mit der Baja California hat Mexiko mit uns schon jetzt große Liebhaber gefunden.

Das Reisen mit dem eigenen Auto hat aber auch seine Schattenseiten, auch wenn wir nicht auf unseren Pancho verzichten wollten. Ständig fallen alltägliche Arbeiten an, wie Kochen, spülen, Sand ausfegen und irgendetwas reparieren. Wir haben zwar eine Dusche und eine Toilette, was wirklich ein schöner Luxus ist, aber wir müssen uns auch darum kümmern, dass wir genug Wasser haben und irgendwann ist dann auch mal die Toilette voll und muss entsorgt werden.

Natürlich gibt es Dinge die wir vermissen vor allem unsere Familien und Freunde, einen ordentlichen Käse und vernünftige Taschentücher. (Ja, hier gibt es nur Kosmetiktücher aus der Box, die bereits vor dem ersten Benutzen auseinanderfallen). Ein ordentliches Brettspielwochenende wäre auch mal wieder richtig schön.
Den Fernseh und witzig auch das Kino vermissen wir allerdings überhaupt nicht.

Wir können nur jedem Empfehlen zu reisen, ein Abenteuer einzugehen, Fremdes zu entdecken und einfach zu leben. Der erste Schritt, die Entscheidung es wirklich anzupacken, ist der Schwerste. Wir würden es jederzeit genauso wieder tun und wollen keinen einzigen Tag davon missen.

An dieser Stelle wollen wir auch noch einmal unseren Familien danken und auf diesem Wege ganz lieb grüßen. Es ist nicht alltäglich mit einer Entscheidung dieser Tragweite konfrontiert zu werden und nach anfänglichen Bedenken haben wir inzwischen das Gefühl, dass unsere Lieben sich Tag für Tag mit uns freuen und irgendwie mit an Bord sind. Wir reden sehr oft über euch und gewiss hören und sehen wir uns seit 365 Tagen öfters als dies in den letzten Jahren der Fall war.

Auf ins nächste Jahr!