Montag, 13. Februar 2017

Verschiedene Bekanntschaften (12.12.2016 - 18.12.2016; aktueller Standort: Girón, Santander)

@ Jan: Und noch einmal verspätete Geburtstagsgrüße aus Kolumbien! Naja lieber spät als nie .

@ Lisa: Die allerliebsten Geburtstagsgrüße aus Kolumbien und wir wünschen dir eine reibungslose Entbindung ! Wir drücken euch allen die Daumen.

Punkt 9 und wir standen auf der Matte von Neils Autowerkstatt. Es wurde sofort eine schrottreife Kiste aus der offenen Garage geschoben und schon hatte unser Pancho Platz (Kartenlink).

Wir frischten kurz das Gedächtnis des Chefs auf und los ging die Arbeit. Während wir die Fahrerkabine kippten, platzierte er bereits zwei Wagenheber unter die Vorderreifen. Schnell standen die Räder an der Seite und die Bremsen waren auch bald zerlegt. Dann wurde alles auf seinen Pick up geworfen und wir fuhren zu Viert (Ian, der älteste Sohn von Neil arbeitete dauerhaft mit) nach David. Dies war die grauenhafte Stadt...
Im letzten Blog schrieb ich über zahllose Händler, die Ersatzteile für Autos verkauften. Kein schöner Anblick, aber jetzt geriet dies zu unserem Vorteil. Neil lotste seinen Sohn zu verschiedenen Stellen und wir besorgten Teile für einen Dodge den er gerade am zusammenstellen war und für uns. Wir gaben die Bremsbeläge und das Bremsengehäuse (die große Metalltrommel in der alles sicher verstaut ist) bei einem Schlosser ab, der aber erklärte er könnte ohne die komplette Radaufhängung das Gehäuse nicht genau ausmessen und nachfräsen. Also zurück in die Werkstatt. Vorher stoppten wir noch bei einem Gemüsehändler, da wir erwähnten wir hätten kein Obst mehr. Die Auswahl war mies, aber die Geste sehr nett. Danach dauerte es allerdings viel länger die einzelnen Kugellager auszubauen, aber dann lag alles vor uns ausgebreitet. Oder überall lag irgendwas. Wir klaubten alles notwendige zusammen und dann fuhren nur Neil und ich in die Stadt. Der Schlosserbetrieb war zwar offiziell in der Mittagspause, für Neil aber kein Grund nicht alles persönlich auf die Werkbank des Arbeiters zu legen. Ich schlappte mit hinein und war begeistert von den improvisierten Werkzeugen und Hilfsmitteln. Dann fuhren wir wieder zum Zubehörladen, denn schließlich brauchten wir jetzt neues Kugellagerfett und vier neue Dichtungen. Leider erfuhren wir, dass die Bremsen erst am kommenden Dienstag um 8 Uhr fertig wären. Neil sprach von einem Tag Arbeit, aber jetzt wussten wir schon wir bleiben voraussichtlich zwei.
Prinzipiell ging dies an diesem Tag so weiter. Wir waren noch zweimal in der Stadt, beim letzten Anlauf wieder zu Dritt unter anderem da Neil und wir einen Einkauf im Supermarkt erledigen wollten. Inzwischen hatte der Schlosser auch unsere Motorbremse auf seiner Werkbank liegen. Er wollte diese reinigen, die Kanten wieder sauber anschleifen und die lose Mittelachse stabilisieren. Am liebsten hätte er eine komplett neue gedreht, wollte aber zu viel und hätte dafür 3 Tage veranschlagt.
Während den ganzen Fahrten, zwischen den Wartezeiten und der Arbeit am Truck sprachen wir pausenlos über Gott und die Welt. Neil fing an unser spanisch zu korrigieren und wir nahmen dies begeisternd auf. Wir erzählten frühzeitig, dass wir erst vor kurzem eine Spanischschule auf Bocas del Toro besuchten und wann immer er uns etwas neues erklärte rief er 10 Dollar und lachte. Im Gegenzug, was viel seltener vorkam, brüllten wir 100 Dollar als wir ihm oder Ian was auf englisch erklärten. Danach klatschten wir ab und da ich ebenso bis zu den Ellbogen mit Öl verschmiert war machte dies gar nichts.

Am Dienstag waren wir mit unserem Kaffee und den Spanischübungen schon längst fertig bis es endlich los ging. Die Nacht in der winzigen Werkstatt auf dem Land verlief himmlisch ruhig und so waren wir ausgeruht für die folgende Arbeit. An diesem Tag half Brian, der zweitälteste der drei Söhne, immer wieder mit, aber in die Stadt fuhren weiterhin nur Ian oder Neil und ich. Und es ging wieder so oft rein nach David. Eine in der Hitze sirrende Großstadt aus Altmetall.
Unsere Bremsen waren frühs fertig, aber die Motorbremse noch nicht. Gegen 14 Uhr wäre sie fertig. Wir wieder zurück und die Bremsen wurden zusammengebaut und die Vorderräder wieder Stück für Stück zusammengeführt. Es dauerte eine Weile, aber zum Mittagessen stand Pancho wieder auf seinen Füßen. Ian schweißte uns noch etwas am Luftfilter und lackierte diesen, wir füllten Öl nach. Dann ging es zurück nach David und oh Wunder in der Schlosserei war Mittagspause. Bei den Ersatzteilhändlern auch und so fuhren Ian und ich einen nach dem anderen ab. Ein Teil bekamen wir nicht und so fuhren wir wieder zurück. Was wir an Zeit und Sprit verfuhren! Nach einer Stunde fuhren wir wieder in die Stadt...
Die Motorbremse war fertig und ich durfte 150 US Dollar für alles zahlen. Dann fanden wir auch noch das Asbest und 20 Minuten später begann die stupideste Arbeit die ich bis heute zuschauen durfte. Während Neil eine neue Asbestdichtung zurechtschnitt, wurde Ian dazu verdonnert mit Schmirgelpaste den Kontakt zwischen Motorbremse und dem verrosteten Bauteil des Turbos lückenlos zu bekommen. Per Hand drehte er die Motorbremse für mehr als eine Stunde in der stählernen Aufnahme am Turbo. Neil drehte schnell ein Hilfsmittel an seiner Drehbank, damit die beiden Bauteile zentriert blieben und dann durfte Ian drehen und drehen. Mir wären nach 10 Minuten die Arme abgefallen. Ich wurde langsam nervös, denn es schien uns die Zeit davon zu laufen. Am nächsten Tag hatten wir um 9 Uhr einen anderen Termin, nicht zu weit entfernt, aber etwa 2.000 Meter höher gelegen. Aber Ian schmirgelte und schmirgelte und Neil war nie zufrieden und ließ ihn weiterarbeiten. Um 16 Uhr wurden endlich alle Teile verbaut und Neil und ich setzten zu einer Probefahrt an. Simone blieb in der Gesellschaft der Söhne und zweier Freunde von Neil. Jeder hatte ein Bier in der Hand und grinste breit als ich rückwärts aus der Garage setzte. Die kurze Spritztour verlief fast sehr gut. Die Bremsen funktionierten perfekt (bis heute) und auch die Motorbremse tat was sie soll. Kurz bevor wir wieder zurück waren ging sie einmal nicht sofort auf, aber ich hoffte dies blieb ein Einzelfall. Wir hielten am örtlichen Mini, also dem kleinen Laden ums Eck, und Neil wollte ein paar Bier mehr kaufen. Ich reichte ihm 10 Dollar und er kam mit 4 Sixpack zurück.
Anschließend parkte ich wieder unter dem Wellblech und die Sause konnte beginnen. Die Freunde waren gegangen was uns nicht schreckte und so machten wir uns über die Bier her. Wir hatten außerdem noch ein paar im Kühlschrank und Ian kam gegen 18 Uhr mit einer Familienpizza an. Zu Fünft ließen wir keine Dose entkommen und gegen 23 Uhr wurde es Zeit Pancho einen Platz in der Werkstatt zu suchen. Der Sticker fand zwischen alten Nummernschildern sein neues zuhause und wir bekamen eines von diesen von allen signiert als Geschenk zurück. Wir hatten einen tollen Abend in der Werkstatt und einen leichten Kater am Morgen. Neil wollte für seine zwei Tage Arbeit 200 Dollar und 96 gaben wir für alle Ersatzteile aus. Der Präsident einer panamaischen Motorradgruppe war eine coole Socke; wir stehen über WhatsApp noch in häufigem Kontakt.


Um 6 war die Nacht zu Ende. Schrecklich.
Wir duschten schnell, kochten einen starken Kaffee und füllten unseren Wassertank mit dem Gebirgswasser, welches als Wasserversorgung dort diente, auf. Eine Stunde später waren wir aus der Garage verschwunden und fuhren im Morgenlicht zuerst in Richtung Boquete zurück und bogen dann nach Cerro Punta ab. Bevor wir die höchstgelegene Ortschaft in Panama erreichten legten wir einen Bäckereistopp in Volcán ein. Gestärkt kamen wir zügig voran, aber je höher wir kamen desto schlechter wurde das Wetter. Bis wir in Cerro Punta ankamen hatten wir die Regenwolken erreicht.
Als wir in Alaska waren lernten wir ein US-Paar kennen, deren Tochter in den Bergen von Panama eine Kaffeeplantage betreibt und Mitbesitzerin des vielleicht bedeutendsten Gestüts des Landes ist. Wir kontaktierten Michelle kurz vor dem Grenzübergang und tauschten ein paar Mails aus. Die Kaffeeplantage war in der Regenzeit, also jetzt, kaum erreichbar, aber sie lud uns ein ihr Gestüt zu besichtigen. Sie selbst lebte mit ihrer Familie in Panama-Stadt, aber eine Angestellte empfing uns um 9 Uhr und gab uns eine kostenfreie Führung auf dem Gestüt Haras Cerro Punta. Wir sahen viele Turnierpferde, die meisten millionenschwer, aber auch viele die einfach ihr Pferdedasein auf den saftigen Weiden auf ca. 2.000 Meter genießen durften.
Nach einer Stunde war die schöne Führung zu Ende und wir fragten uns was wir nun machen sollten. Das Dorf war winzig, der Vulkan Barú in Wolken gehüllt, die ihrerseits keine Hemmungen hatten pausenlos Regen auf Cerro Punta niedergehen zu lassen und so gaben wir dem einzigen Café eine Chance. Der Kaffee war gut, aber die Tour hoch auf den Cerro Punta wollten wir dann doch nicht zahlen. Es war zu nasskalt und uns machte dieses Wetter überhaupt nicht an. Ergo machten wir uns nach dem Mittagessen wieder auf den Weg an den Pazifik. Noch in den Bergen kauften wir frisches Gemüse vom Bauern und erstanden ein paar Forellen. Die gab es am Playa Barqueta zum Abendessen. Bevor wir allerdings so weit waren, hatten wir genug Zeit unsere Motorbremse zu testen und mussten leider feststellen, dass sie je häufiger wir sie benutzten sie mehr und mehr zu blieb. Sie ging wieder nicht von selbst auf! Das ganze Geschmirgel hatte nichts gebracht. Simone und ich glaubten in der Zwischenzeit genau zu wissen wie sie funktionierte und auch warum sie jetzt eben wieder nicht geht und so war ein weiterer kurzer Stopp bei Neil eingeplant.
Der Hausstrand von David (Playa Barqueta) war zwar keine Schönheit, aber einen langen Spaziergang gab er her. Genau dort sprang unser Kilometerstand auf 70.000 gefahrene Kilometer in Amerika um!!!






Da wir vom Playa Barqueta kommend sowieso an David vorbei mussten, holten wir uns noch ein frisches Brot und Obst und suchten dann die örtliche Zollstelle auf. In jeder größeren Stadt Panamas gab es eine Aduana und wir brauchten sie aus zwei Gründen. Zum einen bekamen wir an der Grenze nur eine Versicherung über 30 Tage. Diese hätte uns nur bis zum 21. Dezember gebracht und wir wollten erst Anfang Januar verschiffen. Zum anderen trugen die Beamten an der Grenze unsere Motornummer nicht ins Formular ein und wir wussten von anderen Reisenden, dass diese bei der Verschiffung unerlässlich sei. Deshalb brauchten wir die Aduana. Beim ersten Anlauf verpassten wir die Einfahrt und mussten zwei U-Turns einlegen (viele Straßenspuren sind durch Hecken, Gräben oder Beton voneinander getrennt und man kann nicht ohne weiteres links in Straßen einbiegen; oft muss man warten bis man einen U-Turn machen darf um dann auf der richtigen Seite der Straße zu sein). Dann erfuhren wir, dass der Beamte nicht die Motornummer eintragen darf/kann, sondern dies von einem Versicherungsbüro über eine neue Versicherung gemacht wird. Er beschrieb uns den Weg, wir kreiselten wieder und fanden ziemlich schnell die genannte Adresse. Auch wurden wir gleich bedient und die Dame machte nichts anderes als eine Nummer von einem Fetzen Papier in die Versicherung aufzunehmen. Unsere Motornummer, oder GPS-Koordinaten, oder Telefonnummer, oder Lottozahlen. Ihr war es herzlich egal welche Nummer sie da eintrug und machte noch schnell Kopien unserer Pässe und Führerscheine und händigte uns die neue Versicherung aus. Zahlten am Kassenschalter und waren wieder auf dem Weg zur Aduana. Jetzt konnte der Herr alle Daten von der Versicherung abtippen und uns eine neue Aufenthaltsgenehmigung für Pancho überreichen. Jetzt durfte er bis zum 15.01.2017 im Land bleiben. Dies sollte genügen. So einfache Dinge konnten so verdreht werden.
Danach konnten wir schon blind Neils Werkstatt ansteuern. Wir hatten Glück, denn er war mit seiner Frau auf dem Abflug nach Panama-Stadt. Wollten dort Freunde besuchen. Wir erzählten ihm was passierte und baten ihm die rotierende Stahlplatte die den Abgasstrom hindert, oder eben nicht, nicht perfekt längs des Abgasstroms zu platzieren, sondern leicht versetzt. Eine Motorbremse ist total simple. Im Rohr durch das das Abgas strömt befindet sich eine kreisrunde Stahlplatte, die sich um 90° bewegt. Eingebaut wird sie längs des Rohrs, damit das Abgas ungehindert an ihr vorbei strömen kann. Betätigt man die Motorbremse drückt ein Hebel per Druckluft die Platte in den Abgasstrom. Umso mehr Abgas gestaut wird, umso mehr wird die Leistung des Motors gemindert. Ideal wäre, wenn die Platte das Rohr komplett verschließen würde. In unserem Fall schien es nun so, dass die Platte den Idealfall erreicht hatte, aber dann die Platte nicht wieder in ihre Ausgangslage zurück sprang, da der Druck des Abgases zu gleichmäßig auf die Platte drückte. In San José, Costa Rica, haben die Jungs in der Werkstatt die Platte schon zu weit in den Abgasstrom platziert weshalb wir Leistungseinbusen hatten. Neil war jetzt wieder zu genau und die Platte öffnete nicht von selbst. Wir baten ihn nun die Platte nur geringfügig in den Abgasstrom zu drehen, da dann die Platte bei betätigter Motorbremse nicht perfekt abdichtet aber gleichzeitig dort, an der kleinen Öffnung zur Rohrwand, der Druck geringer sei und die Platte dann wieder aufspringt. Viel Text, vielleicht verständlich, aber höchstwahrscheinlich uninteressant für alle . ABER: Seit dem funktioniert die Motorbremse wieder einwandfrei!

Endlich waren wir wieder mobil und fuhren noch eine Stunde durch die grünen Felder. Ein paar Kilometer in Richtung Ozean und wir standen an einem der längsten Sandstrände von Zentralamerika (laut Reiseführer). Wir rumpelten über den schlechten Steinweg und kamen einem Auto vor uns immer näher. Als wir erkannten, dass vor uns ein paar Deutsche unterwegs waren bogen die auch schon ab, um auf einem Campingplatz ihr Lager aufzuschlagen. Wir fuhren weiter bis die Straße in einer Wohnsiedlung direkt am Playa Las Lajas endete. Die meisten Häuser schienen schon wieder verlassen und wir wollten direkt hinter der Grundstückabgrenzung ans Wasser und fragten jemanden, der gerade das Areal per Auto verließ. Es hieß wir dürfen dort nicht campen, da dies schließlich Privatbesitz sei. Wir waren etwas frustriert und da kamen die Deutschen wieder angehoppelt. Sie hielten neben uns und so machten wir die überaus nette Bekanntschaft mit Barbara und Hannes aus Mittelfranken samt Pudel-Labrador-Mischung Bodo. Sie waren unterwegs in einem Ford-350 Ram und einer Lance Wohnkabine, die sie in den Staaten gekauft hatten. Unsere erste längere Reisebekanntschaft bahnte sich an!
Wir berieten was wir machen könnten, als ein Kanadier im Golfcaddy auftauchte und uns einlud zu bleiben. Er wohnte drei Häuser weiter und lud Barbara und Hannes ein neben seinem Haus zu parken und wir blieben dort wo wir hin wollten. Direkt am Strand zwischen Palmen, 200 Meter zu unseren deutschen Nachbarn.
Am Abend trafen wir uns auf ein Bierchen am Strand. Der Plausch war toll, aber die Sandflöhe bekamen ein Festmahl.



Die folgenden beiden Tage verbrachten wir am Strand von Las Lajas. Wir schraubten etwas im Inneren unserer Kabine herum, wobei ich nicht mehr sagen kann was wir eigentlich reparierten. Wird schon gepasst haben...
Sonst taten wir nicht viel. Was soll man auch kurz vor dem 3. Advent viel tun? Weihnachtsbaum besorgen? Wir hatten Kokospalmen vor unserer Tür. Geschenke kaufen gehen? Wir verbrachten die Zeit lieber zusammen und joggten am endlosen Sandstrand und spielten Frisbee am Abend. 3 Mal am Tag in die Fluten stürzen nicht vergessen. Mit Freunden und Bekannten verabreden? Wir latschten 200 Meter rüber zu Barbara und Hannes und grillten gemeinsam am Abend. In Hektik und Stress verfallen? Wohl eher nicht bei 32°C, da faulenzten und lasen wir lieber. Den Arbeitsplatz in ein wohldosiertes Chaos bringen um einen aufopferungsvollen Endspurt zu simulieren? Wir schauten lieber beim arbeiten zu und ließen Barbara ihre Hundebox mit Fiberglas und Harz schön selbst kleben (Hannes durfte sie dann 10 Tage später vollständig zerstören als er an einem Ast hängenblieb). Den Essensplan für Weihnachten entwerfen? Wir konnten nicht Mal sagen wo wir Weihnachten sein werden.
Egal, schwupps waren drei tolle Nächte am Strand von Las Lajas vorüber und wir verabschiedeten uns nach einem letzten Bad von den beiden Franken und Bodo. Unsere Richtung war die gleiche nur wollten sie noch ein paar Tage bleiben, doch so war es nicht unwahrscheinlich, dass wir uns wieder über den Weg laufen werden. Ebenso wahrscheinlich war, dass wir mit der gleichen Reederei am selben Termin verschiffen werden. Wir brauchten nur noch 2 Bestätigungen.


Den restlichen Sonntag verbrachten wir auf der Panamericana. Sie wurde auf ca. 200 Kilometer ausgebessert und verbreitert und so kurvten wir in einer Superbaustelle von der rechten Fahrbahn auf die linke und wieder zurück. Einspurig mit Ampel oder Winker. Oft mit den vorgegebenen 30 km/h, wobei wir bei dem Tempo von jedermann überholt wurden, einschließlich Polizei. Selbst als ich die Geschwindigkeit verdoppelte kümmerte dies die Polizei nicht. Mit Überholverbot und Bauarbeitern auf der Straße zogen Brummis vorbei, röhrten Pick ups links vorüber oder rechts die Motorradfahrer. Und dazwischen immer wieder die Polizei denen ich einfach nicht schnell genug die Fahrbahnen wechselte. Es wurde ein langer Tag hinterm Steuer und die Landschaft konnten wir gar nicht richtig wahrnehmen, weil wir zu sehr auf die Baustelle um uns herum fokussiert waren. Am späten Nachmittag erreichten wir die große Provinzhauptstadt Santiago der Provinz Veraguas. Pancho bekam sein wohlverdientes Diesel und als wir an einem Einkaufszentrum mit diversen Läden und zwei riesigen Lebensmittelgeschäften vorbei fuhren drehten wir, parkten dort weit ab der Straße und gingen einen Kaffee trinken. Danach shoppen und kochen; der Ausklang des 3. Advent.

Mit vollem Kühlschrank in die trockenste Region Panamas,
ein rundum zufriedener LKW