Sonntag, 14. Januar 2018

Von Nationalpark zu Nationalpark (07.11.2017 - 15.11.2017; aktueller Standort: Puerto Natales, Magallanes und Chilenisches Antarktisterritorium)

Aktuelle Info: Wieder gelang der Sprung nach Chile reibungslos!

Nach 20 Minuten kamen wir aus dem Gewirr der Forststraßen wieder auf eine betonierte Landstraße. Nun ging es zügiger nach Osten. In einem Dorf erstanden wir Brötchen und dann ging es wieder auf eine unserer berüchtigten Abkürzungen. In der Karte war ganz klar eine weiße Linie eingezeichnet, die nach wenigen Kilometern über den breiten Fluss Laja führte. Wie immer kam es anders (Kartenlink).

Natürlich sind Abkürzungen Schotterstraßen und natürlich spart man keine Zeit. Dafür waren auf unseren Abkürzungen normal nie Leute unterwegs... komisch.
Betrachtet man es anders, hatten wir viel Zeit um uns die Landschaft in Ruhe anzuschauen. Wie auch an diesem Tag. Wir hoppelten dahin und hatten den Fluss zur Rechten. Die Kartenmarkierung passierten wir, ohne dass es dort eine Abfahrt oder Brücke gegeben hätte. Ein schneller Blick auf die Karte zeigte eine weitere Möglichkeit, aber erst in vielen Kilometern. Da diese Flussquerung aber dem Straßenverlauf folgte, waren wir sicher dass dort eine Brücke existierte. Eine Stunde rumpelten wir dahin und sahen kurz unser Ziel bevor es sich wieder in eine Wolke versteckte. Tatsächlich gab es eine Brücke und dahinter hielten wir für eine Pause. Leider gefiel den Solarzellen das Geschüttele nicht sonderlich, denn wir wandelten keine Sonne in Strom. Wieder knickten und bogen wir die Kabel, aber es half dieses Mal nichts. Asphalt unter den Rädern und wir fuhren 15 km zurück, um kurz durch das Dörfchen Antuco zu spazieren. Wieder kletterten wir auf dem Dach herum und da die Solaranlage nicht anspringen wollte schraubten wir die Zellen ab. Wir prüften alle Kontakte und Stecker und fanden einen Anschluss, der ein Kabel nicht mehr fest umschloss. Kurz aufgedreht, das Kabel bis zum Anschlag in die Buchse gedrückt und festgezogen. Sofort luden wir wieder und haben seitdem bis heute kein Problem mehr mit unserem Solarstrom. Wir hatten also nie einen Kabelbruch wie vermutet, sondern durch das Bewegen des Kabels den losen Kontakt hin und her bewegt bis er wieder einen geschlossenen Kreis formte. Ach was sind wir doch Spezialisten vom Handwerk !
Fröhlich gestimmt ging es wieder retour und der Straße immer weiter folgend. Es kam Schotter und wir fuhren höher. Endlich kam Wald wie wir ihn wollten. Wir folgten dem Fluss, sahen Wasserfälle neben uns und erreichten dann den Eingang zum Nationalpark Laguna del Laja. Hätten wir gewusst, dass wir unbegrenzte Zeit im Park hätten bleiben können, wären wir ohne Umweg über Antuco direkt hierher gefahren. Wir wollten nur Info einholen und vor den Parktoren die Nacht verbringen (war schon 16 Uhr). Der Ranger gab uns aber ein Karte des Parks, erklärte uns alle Wanderwege, sagte wo wir über Nacht parken dürften, wollte dann 4 Euro pro Kopf, ließ uns durch und wünschte uns einen schönen Aufenthalt. Toll!
Das Herzstück des Parks war der 2.985 m hohe Vulkan Antuco. Wir sahen ihn kaum, da das Wetter um seinen Eispanzer Kapriolen schlug. Des weiteren befand sich die Sierra Velluda (3.585 m) mit mehreren Gletschern und der große See de la Laja innerhalb der Parkgrenzen. Sofort wurden die alten Lavaströme sichtbar. 1853 ist er zuletzt ausgebrochen und hat dabei einige Schneisen und Lavaströme hinterlassen. Erst dieser Ausbruch war es, der den See hat entstehen lassen. Geröll und Lava stauten den Ablauf des Flusses auf heute ca. 6-8 Milliarden m³ Wasser. Laut unserem Wanderführer ist dieser Nationalpark der nördlichste in Patagonien. Wir lasen der Fluss Biobío sei die Grenze nach Patagonien, wobei dieser nur wenige Kilometer weiter südlich floss.
Also meine Damen und Herren wir waren wie es schien in Patagonien angelangt. Noch war die Landschaft nicht rau und das Leben hart, aber beeindruckend war es allemal. Wir fuhren bis auf 1.300 Höhenmeter und parkten mit Blick über einen kleinen Teil des riesigen Sees direkt am Fuße des Vulkans. Ein Steinwall schützte uns vor dem Wind und dann hieß es staunen. Ein frecher Fuchs kam vorbei und wartete auf Futter. Wir hörten das Eis vom nächsten Berg (nur wenige Meter) knacken und zweimal rieselte Geröll vom Hang herunter. Den Antuco sahen wir nicht mehr, denn es fing zu hageln an. Danach rissen die Wolken auf und gaben doch noch den Weg für die letzten Sonnenstrahlen auf den See frei. Fantastisch.





Die Nacht war kühl aber windstill und wir erwachten sofort von der Helligkeit. Hell bedeutete keine Wolken und so standen wir um kurz nach 6 am Fenster und schauten über den See. Der Mond war noch zu sehen und die Berge spiegelten sich auf der Oberfläche. Aus dem hinteren Fenster sahen wir direkt auf den weißen Vulkan. Er war direkt über uns. Gänsehaut...
Spanisch musste leider ausfallen, denn wir konnten uns nicht konzentrieren und blickten ständig aus dem Fenster. Warum auch nicht, schließlich hat man diesen Anblick nicht jeden Tag vor seiner Haustür. Dann rüsteten wir uns zum wandern. Zuerst ging es hoch in Richtung Sierra Velluda. Dabei war der Antuco links und vor uns das Bergmassiv mit seinen Hängegletschern. Der Blick von oben über das Tal des Flusses Laja war atemberaubend. In der Ferne waren überall weiße Gipfel zu sehen. Dann mussten wir über ein schwarzes Lavafeld, in dem Restschnee das laufen erschwerte. Das Wetter war bombastisch, aber nun Anfang November der Winter noch nicht weit genug zurückliegend, damit Schnee und Eis jeden Pfad zugänglich machte. Eigentlich wollten wir hoch bis auf den Sattel zwischen beiden Erhebungen, um dahinter den See in seinen ganzen Ausmaßen zu sehen, aber von dort wo wir waren hätten wir konstant durch Schnee laufen müssen. Wollten wir nicht und kehrten um.
Dann liefen wir noch zwei weitere Wanderwege. Bei einem sahen wir 2 Wasserfälle und eine Schlange, beim nächsten liefen wir oberhalb eines Lavastroms durch Coiguewald (immergrüne Südbuchenart) und hatten am Ende einen großartigen Blick über die ca. 165 Jahre alte erstarrte Lava. Kondore streiften über unseren Köpfen in der Thermik und um 16.30 Uhr standen wir wieder am gleichen Fleck wie am Abend zuvor. Allerdings ohne Wolke am Himmel... der Hammer!




















Der Nationalpark grenzte an Argentinien, aber da der Schnee noch zu hoch lag war der Grenzübergang geschlossen. Nach einem langen Morgenkaffee drehten wir um und fuhren über Antuco in die größere Stadt Los Ángeles. Die Landschaft war inzwischen sehr grün und viele Früchte und Gemüse wurden am Wegesrand angebaut. Die Kirschen waren bereits rot und die Erdbeeren wurden fleißig gepflückt. In der Stadt hielten wir nur solange bis unsere Wäsche fertig war. Frische Brötchen und Früchte wanderten in unseren Rucksack und dann fuhren wir einer Empfehlung von Pancho aus Santiago folgend am Fluss Biobío entlang. Abermals ging es nach Osten und am Horizont waren bereits die Berge und Vulkane der Anden zu sehen. In Santa Bárbara direkt am Flussufer endete unsere heutige Fahrt. Wir aßen Kirschen und Erdbeeren und saßen in der Sonne mit dem Blick über den breiten Strom.


Wieder Sonne pur. Die Straße schlängelte sich am Fluss entlang und die Szenerie wurde schöner und schöner. Langsam, den Bergen nähernd, gewannen wir an Höhe und erreichten endlose Wälder. In Ralco war die Asphaltstraße zu Ende was unserer Geschwindigkeit keinen Abbruch tat, da wir bei den vielen Kurven eh nicht schnell unterwegs waren. Vorbei an Stauseen ging es weiter. Schneebedeckte Vulkane rückten näher, alle um 3.000 Meter hoch. Zwei von ihnen rauchten und es war eine perfekte Strecke um einfach vor sich hinzufahren. Laut Pancho hätten wir parallel der argentinischen Grenze nach Süden fahren können, bloß gab es dort keine Straße mehr. An einem Fluss mit zerstörter Holzbrücke endete unser Ausflug. Gegenüber waren nur noch Pferdepfade sichtbar, also nichts was vor kurzem noch hätte möglich sein können. Wir waren aber ehrlich nicht sonderlich böse, da die Landschaft schlichtweg toll war. Fuhren wir halt wieder zurück. Dort am Ende des Weges sahen wir zum ersten Mal etliche Araukarien. Dieser Nadelbaum (gehört zu den Koniferen) beherrschte ab hier die nächsten Parks im Süden. Eine der Urpflanzen, hat sie sich in 200 Millionen Jahren nicht verändert. Der Baum wird bis zu 40 Meter hoch und 1.500 Jahre alt und hat ein sehr eigenwilliges Aussehen. Später einige Bilder.
Zwischen Ralco und Santa Bárbara parkten wir an einem Picknickplatz neben dem blauen Fluss. Da wir viel Zeit im Fahrerhaus verbracht hatten entschieden wir dort zu bleiben. Wir kochten einen Tee und lasen in der Sonne. Kaum Verkehr machte ihn zu einen idealen Schlafplatz.









In dieser Region in der wir uns befanden gab es unzählige Mautstellen an Auf- und Abfahrten zur Straße Nr. 5, aber ebenfalls auf Seitenrouten. Wir benötigten lange, um über Schleichwege durch Kieferplantagen um besagte Stellen herumzumanövrieren. Dazwischen nutzten wir die Panamericana, duschten wieder und verließen sie bevor die nächste Zahlstelle kam. So erreichten wir endlich das verschlafene Städtchen Victoria. Dort besorgten wir das übliche und gingen auf einen Kaffee in ein ruhiges Café, in dem wir zum ersten Mal kein Trinkgeld auf die Rechnung gesetzt bekamen! In Chile wird immer 10% aufgeschlagen, manchmal wird gefragt ob dies OK sei, oft aber auch nicht. Dann ging es nach Curacautín, ein weiteres Mal nach Osten. Ihr seht wir fuhren immer in Richtung Grenze, da die Straßen entweder Einbahnstraßen waren und wir umkehren mussten, oder weil Straßen wegen Schnee noch gesperrt waren. Grob kann man sagen, dass fast alle Nationalparks in den Bergregionen der Anden, also in Nähe Argentiniens lagen und somit wir ein ums andere Mal diese Richtung einschlugen. Der Wald, natürlich gewachsen, kam hinter Curacautín und wir wollten über einen Pass bis nach Lonquimay (Empfehlung!) weiterfahren. Araukarienwald mit Bergen und Vulkanen, ab 1.100 Höhenmeter mussten wir mit Schnee rechnen. Klar was dann kam: Ein fettes Schild welches die Passstraße als geschlossen verkündete. Die Tunnelvariante wäre frei gewesen, aber wir wollten ja über den Pass, direkt an meine geliebten Vulkane vorbei durch Araukarien. Mist wieder einen Strich durch die Rechnung bekommen. Doppelter Mist wir mussten wieder umdrehen. Aber gleiches Spiel, die Sonne stand am blauen Himmel (wir hatten wahnsinniges Glück über viele Tage kaum eine Wolke zu sehen) und die Landschaft war auch auf den zweiten Blick genauso schön. Wieder im nationalen Reservat Malalcahuello bogen wir in die Parkstraße ab und blieben direkt vor dem hölzernen Informationsbüro stehen. Super, Araukarien überall, etwas Schnee und niemand in der Parkverwaltung. Wir liefen durch den Wald und trafen auf zwei Jungs, die uns erklärten wir können ruhig weiterfahren. Die Skisaison war geschlossen (zu wenig Schnee), aber für die Sommersaison lag noch zu viel. Also fuhren wir später noch 3 km weiter und kamen dann an die mit Schnee versperrte Straße. Links lag der Vulkan Lonquimay mit 2.890 m samt Skigebiet (ohne Witz das gab es oft in Chile; der Antuco z.B. auch) und gerade aus lag der alte Krater Navidad. Dies soll eine sehr schöne Wanderung sein und wir hatten sie auf unseren Plan, aber nun wären 8 km durch Schnee stapfen vor uns gelegen. Wir lehnten ab. Eine andere Wanderung wäre 30 km durch den Wald am Vulkan vorbei verlaufen, aber gleiches Szenario und so blieb für uns die kostenfreie Nacht unter einer riesigen, alten Araukarie. Die Kronen dieser Bäume sehen oft wie Regenschirme aus, wirklich cool. Kurz vor Sonnenuntergang schwirrte ein Schwarm grüner Papageien vorbei. Papageien konnten wir in ganz Südamerika sehen, selbst im südlichen Patagonien.










Durch das sehr touristische Umfeld, Dank zweier Saisons, ging es zurück nach Curacautín. Links die Straße verlassen und auf Schotter ging es weiter. Wir sahen den Vulkan Llaima mit seiner bestechenden Form schon vor uns. Weiß strahlte er vor blauem Frühlingshimmel ab. Der 3.125 m hohe, rauchende Vulkan lag in dem, wie viele behaupteten, schönsten Nationalpark in Chiles Seengebiet. Wir merkten den Schotter schon gar nicht mehr, der Llaima zog uns in seinen Bann. Was für eine Landschaft. Einige Weiden für Pferde und Kühe, dazwischen Flüsse, Seen und Nadelwald und darüber thronte der Vulkan. Wir gewannen stetig an Höhe und erreichten irgendwann den Hintereingang zum Conguillío Nationalpark. Dieser Park ist ein Biosphärenreservat der UNESCO und schützt nicht nur den äußerst aktiven Vulkan, sondern auch die Bergseen und Urwälder darum herum. Nur waren wir schon wieder zu früh... zu früh im Jahr (haha Mitte November ). Der Parkranger sah Pancho und schüttelte grinsend den Kopf. Er sagte wenn wir in einem Monat vorbei kämen, könnten wir vielleicht die Straße in den Park nutzen. Mehr als einen Meter Schnee hatte es noch im Park und bis auf einen kurzen Teilabschnitt eines Wanderweges hoch über türkisfarbene Bergseen waren alle Routen gesperrt. Und wieder Mist. Da hatten wir das schönste Wetter, aber ab 1.000 Meter war fast alles unpassierbar. Er sah unsere Enttäuschung und meinte wir können bis an den Schnee heranfahren und wenn wir wollten dort auch für die Nacht im Camper schlafen. Mit Schneeschuhen könnten wir die 5 km bis zum größten See, dem Conguillío, laufen. Da wir die nicht hatten war es aber zwecklos und nur um vor Schnee zu schlafen wollten wir ganz gewiss keine 13 Euro Parkeintritt zahlen. Umdrehen und zum südlichen Parkeingang, denn der hätte geöffnet so der Ranger.
Der kürzeste Weg war eine ausgeschilderte Allradpiste und Pancho meisterte sie ohne Probleme. Wir kamen so in den Genuss des Nationalparks, denn als wir am südlichen Parkeingang angelangt waren teilte uns der Parkranger dort mit, dass nach dem ersten See ein alter Baum mit tiefhängenden Ästen steht, für die Pancho zu hoch sei. Gleiches galt für uns wie zuvor. Zusammen 13 € zahlen, damit wir einen See anschauen können war zu viel. Der Ranger erlaubte uns aber im Lavafeld neben der Truful-Truful Schlucht zu campen. Dies taten wir und liefen durch das schwarze scharfkantige Material. An den Wänden der Schlucht konnte man super die einzelnen Ablagerungen der vielen Eruptionen vom Llaima sehen.










Der Morgen startete mit bestem Blick auf den Vulkan. Nach einem kurzen Aufenthalt im kleinen Städtlein Melipeuco fuhren wir stur nach Süden. Wieder lachte die Sonne auf dieser einsamen Strecke. Sie führte parallel an der argentinischen Grenze entlang und besaß nur ein Dorf. Wir sahen an diesem Tag mehr Seen als Menschen. Naja fast, als wir auf die Passstraße in Curarrehue stießen wurde es etwas belebter. Aber wirklich nur etwas. Kühe waren klar in der Mehrheit. Wieder so eine schöne Fahrt. Flüsse, Seen und ganz viel Wald. Eukalyptus, Tannen, Buchen, Araukarien usw. Am Nordufer des Caburgua Sees hielten wir für ein langes Mittagessen auf einer Weide. Dort war zelten ausdrücklich erlaubt, wahrscheinlich weil der Bauer mindestens 20 km entfernt wohnte. Das Wasser wieder herrlich transparent, die Farbe grünblau und am anderen Ende des Sees ragte der Vulkan Villarrica auf. Viele Vögel waren zu sehen und wenn es später gewesen wäre, wären wir sofort dort geblieben. So aber endete der Bogen, ein sehr sehr großer, am Südende des gleichen Sees. Im Dorf Caburgua stellten wir uns auf den Strand und sahen von dieser Seite den weißen Krater vom Llaima. Rechts ragten andere weiße Bergspitzen auf, aber diese zogen bald mit Wolken zu. Da wir kurz vorher eine Empanada hatten und Himbeermarmelade gekauft hatten, die sofort auf frischem Baguette landete (ohhhhh was war die Marmelade lecker!!!), hatten wir noch viel Zeit am Seeufer spazieren zu gehen. Die Nacht auf dem festen Sand war klasse, aber die Wolken waren Vorboten eines Wetterumschwungs.









Wir hatten Wolken. Nach so vielen sonnigen Tagen waren graue Wolken am Himmel. Trotzdem fuhren wir in den Huerquehue Nationalpark, obwohl wir auf dem Erdweg keine 50 m sehen konnten (Nebel oder Wolken?). Bis zum Park ging es fleißig nach oben und dort angelangt hieß es heute Regen, morgen Schnee und übermorgen Schneeregen. Könnt gerne rein, aber sehen werdet ihr nichts. So die Worte des ehrlichen Rangers. Die Lust so richtig genommen ging es zurück. Vielleicht sollte ich den Blog lieber „Und immer drehten wir um“ nennen ! Dafür nahm uns die Stadt Pucón auf. Das mit Abstand touristischste was wir bis dato in Chile erlebt hatten. Ein 18.000 Einwohner Mekka für jeglichen Reisenden. Backpacker, Selbstfahrer, Nobelhotelbesucher. Restaurants, Kneipen, Boutiquen im Überfluss. Und Backstuben, fast alle von Deutschen aus der ersten Auswandererwelle um 1850 gegründet. Überall wurden „Kuchen“ angeboten, deutsches Brot gabs im Café Rostock aber wir saßen lieber im Klee Café, da dort das Internet schnell war. Ein Apfelkuchen mit Streusel und ein Himbeerquark-Kuchen wie von Zuhause. Saulecker, aber auch sauteuer. Wir quatschten passenderweise mit Freunden und Familie, während es draußen weiterhin grau war. Es folgte ein Bummel durch das Zentrum, einen Abstecher an das Seeufer (Lago Villarrica) mit schwarzem Sand und als es am Nachmittag aufklarte hatten wir gute Hoffnung für die nächsten Tage. Die Wetterprognose war allerdings mies und als es am späten Abend das Regnen anfing war uns klar dass die Schönwetterfront vorüber war. Direkt am See in einer Seitengasse parkten wir. Blick aufs Wasser und bis auf wenige Fußgänger verirrte sich niemand dorthin. Schöner Platz und eine ruhige Nacht.






Grrr war das Wetter doof. Es machte nun keinen Unterschied, ob wir am See parkten oder nicht. Wir konnten das Wasser kaum sehen. Wir verbrachten den Morgen wieder im Klee Café, während es draußen goss. 5 Tage Regen in Pucón und im gesamten Seengebiet auf chilenischer Seite laut Wetterfrosch. Wir suchten eine Alternative und fanden eine naheliegende Lösung, auch wenn wir alles etwas anders geplant hatten. Wir fuhren shoppen, schnappten deutsches Brot und nach dem Mittagessen fuhren wir wohin? Zurück! Ich glaub ich spinn...
Wie schon erwähnt kamen wir zwei Tage zuvor aus dem Niemandsland auf eine Passstraße. Deshalb ging es von Pucón zurück nach Curarrehue und dann in Serpentinen hoch zum Mamuil Malal Pass auf 1.208 Höhenmeter. Es war ziemlich bewölkt und doch sahen wir am Grenzposten den Vulkan Lanín mit seinen 3.728 Metern Höhe. Eigentlich klar, denn der Vulkan lag so was von direkt neben dem Grenzhäuschen. Er liegt sogar auf der Grenze. Die chilenische Seite hüllte sich in Wolkenfetzen, die argentinische Seite war komplett frei. Wettertechnisch kommt genau dies so häufig vor. In Chile dominieren Wolken und Regen, weil die Berge und Vulkane die vom Ozean kommenden Regengebiete aufhalten und in Argentinien ist es daher trockener und stabiler. Tja wir konnten das Wetter nicht ändern, aber die Länder wechseln. Brutal gut die Panchos. Nach 5 Minuten lag Chile hinter uns.

Klappe: Argentinien die Zweite!